Was ist eigentlich die HI Tier?

Was ist eigentlich die HI Tier?

Die HI TIER ist das Herkunfts- und Informationssystem für Tiere.

Jeder, der Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde oder Geflügel hält, muss dieses bei der zuständigen Behörde anzeigen. Jeder Betrieb erhält eine zwölfstellige Betriebsnummer. DE für Deutschland, dann zwei Ziffern für das Bundesland, drei Ziffern für den Landkreis, drei für die Gemeinde und dann noch vier Stellen für den Betrieb.

Bei der Hi-tier müssen alle Veränderungen gemeldet werden, d.h. wenn ein Tier geboren wurde, wenn eines gekauft wurde, wenn eines verkauft wurde, wenn eines verendet ist.

Die Bestände mit Schweinen, Schafen und Ziegen sind bis zum 15. Januar mit Stichtag 01. Januar hinsichtlich der Bestandszahlen zu melden.

Wie das bei den einzelnen Tierarten aussieht, werden wir Euch hier in den nächsten Tagen mal erklären.

Für mehr Informationen schaut doch mal hier:
http://www.hi-tier.de/ Weiterlesen

Frage: das Thema Antibiotika in der Tierhaltung

Noch eine Frage aus der Runde:

„Schönen guten Tag,
das Thema Antibiotika in der Tierhaltung treibt uns ja alle um.
Deshalb meine Fragen:
1.Werden in der konventionellen Tierhaltung Antibiotika präventiv eingesetzt?
2.Muss ein Veterinär die Antibiotika verschreiben?
3.Wie gehen Landwirte und ihre Abnehmer mit Antibiotika behandelten Tieren um? Also wird das Fleisch solcher Hühner, Schweine, Rinder in den Konsumkreislauf gebracht? Wird es vorher nochmal getestet? Und wenn ja, von wem?“

1. Weder in der konventionellen noch in der biologischen Tierhaltung werden Antibiotika präventiv eingesetzt. Das ist erstens schlichtweg verboten und zweitens auch relativ sinnbefreit (ich vergleiche es immer mit einer Fliegenklatsche: wenn ich heute damit kräftig auf den Tisch haue, kann ich nicht erwarten, dass dort nächste Woche eine tote Fliege liegt - soll heißen, dass Antibiotika ausschließlich gegen Bakterien wirken, und halt auch nur gegen die, die da sind).

2. Ja, Antibiotika sind verschreibungspflichtig, d.h. in der Tierhaltung, dass ein Tierarzt sie verschreiben muss. Zudem erstellt der Tierarzt einen Abgabebeleg, in dem er neben dem Präparat, die Menge, Dosierung, Wartezeit, Indikation, die Anwendungsdauer, die Zahl/Art/Identität der Tiere und den Standort der Tiere angibt. Der Landwirt hat zudem noch einen Anwendungsbeleg auszufüllen. Des weiteren muss der Einsatz jetzt in der Antibiotikadatenbank von der HIT gemeldet werden.

3. Tiere, die mit Antibiotika oder anderen Medikamenten behandelt werden/wurden, sind je nach Erkrankung und Zustand zu isolieren. Bei der Behandlung gilt der „dumme“ Satz: so wenig wie möglich (überhaupt behandeln), soviel wie nötig (wenn behandelt werden muss), um jegliche Resistenzentwicklung vorzubeugen. Der Tierarzt handelt bei der Verschreibung nach der Antibiotika Leitlinie, nimmt Proben zur Erregerisolierung und lässt Resistenztests anfertigen. Dieses ist Stand der Wissenschaft, nach dem hier gearbeitet wird.
Wenn Tiere behandelt wurden, ist stets die „Wartezeit“ einzuhalten. Diese gibt den Zeitraum an, in der Tiere nach der Behandlung (letzter Behandlungstag) nicht geschlachtet werden dürfen, bzw. keine Milch oder Eier in den Handel dürfen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Konsumenten von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft nicht durch Arzneimittelrückstände geschädigt werden. Nach Ablauf der Wartezeit sollen die Lebensmittel keine die Gesundheit schädigenden Rückstände enthalten. Die Wartezeit wird im Zulassungsverfahren des Arzneimittels festgelegt. Die Wartezeit hängt vom Wirkstoff, den Hilfsstoffen, Dauer der Anwendung und die Dauer der Ausscheidung ab. Da sie an „gesunden“ Tieren getestet wird, wird immer eine Sicherheitszeit extra in den Zulassungsverfahren hinzugefügt.

Nach Einhaltung der Wartezeit dürfen die Tiere wieder geschlachtet werden, die Milch und die Eier in den Verkehr gebracht werden.
Zur Sicherheit können noch einmal Proben genommen werden, und ein sog. Hemmstofftest gemacht werden. Bei Milch ist das eigentlich gang und gebe. Bei den Schlachttieren werden am Band nach einem bestimmten Schlüssel und in Verdachtsfällen auch Proben genommen (es gibt einen Nationalen Rückstandskontrollplan).

Mehr Informationen zur Antibiotikadatenbank gibt es hier:
http://www.hi-tier.de/infoTA.html

weitere Informationen zu den Themen Zulassung, Wartezeit, NRKP gibt es hier:
http://www.bvl.bund.de/DE/05_Tierarzneimittel/01_Aufgaben/03_TAMRueckstaendeLM/tam_rueckstaende_LM_node.html;jsessionid=2ABF193B6333D4064B4AE9135C1232DA.2_cid332

Hier ein Beispiel eines Beipackzettels:


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TEIL 4: Die Kälberaufzucht

TEIL 4: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt? – die Aufzucht

Alle neugeborenen Kälber erhalten schnellstmöglich eine Nuckelflasche mit sog. „Kolostralmilch“ (das ist die erste Milch aus dem Euter der Mutter, auch „Biestmilch“ genannt).

Dann werden sie in ihre Box gebracht, jedes Kalb verbringt die ersten 14 Lebenstage in einer sog. Kälberhütte im Außenbereich (mit Schattendach, Bild). Es erhält einen Nuckeleimer gefüllt mit Biestmilch, der zweimal täglich nachgefüllt wird. So kann es Milch trinken, wann und so viel es möchte.

Nach dieser Zeit kommt das Kalb zu den anderen in die Gruppe am Tränkeautomaten (Bild). Auch hier kann es portionsweise nach Bedarf seine Tränke (in diesem Fall Milchaustauscher) abholen, der Tränkecomputer zeichnet die Tränkekurven auf und gibt Alarm, wenn etwas nicht stimmt. Wir ahmen damit das natürliche Saugverhalten nach.

Mit 3 Monaten nehmen die Kälber genug Futter neben der Tränke auf und können „abgesetzt“ werden. Absetzen heißt letztendlich, dass das Kalb von der Milch entwöhnt wird. Dies geschieht langsam - über 10 Tage wird die Milchmenge reduziert bis auf 0. Dadurch haben wir keine Tiere, die nach der Tränkeperiode die anderen besaugen.

So werden sie in altersgemäßen Gruppen gehalten und natürlich passend gefüttert, bis sie selbst groß genug sind, tragend zu werden nach der ersten Kalbung (mit ca. 25 Monaten) in die Milchkuhherde aufgenommen zu werden.


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TEIL 3: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt?

TEIL 3: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt? – die Trennung

Wenn alles gut gegangen ist und das Kalb munter, werden Kuh und Kalb möglichst sofort getrennt.

Das hört sich sehr hart an. Jedoch ist wissenschaftlich erwiesen, dass beide Tiere viel weniger Stress haben, wenn sie sofort getrennt werden. Je länger das Kalb bei der Kuh ist, desto schlimmer ist die Trennung für beide. Würden sie zusammen gehalten, käme es zu einer Prägung durch Belecken durch die Kuh, Saugen am Euter, Erkennen von Geruch und Stimme. Das wird durch die sofortige Trennung verhindert.

Die Kühe der Rasse Holstein sind seit Jahrhunderten auf´s Milchgeben gezüchtet worden. Die Kälber vermissen ihre Mütter nicht, die Mütter rufen nur selten nach ihren Kälbern. Die meisten gehen sofort zum Fressen und an die Tränke. Und dass, obwohl sie räumlich ganz nah bei den Kälbern untergebracht sind, im sogenannten Frischabkalber-Stall (Bild).

Übrigens: Es gibt neben den auf Milchleistung gezogene intensive Rassen auch extensive Rassen, die v.a. auf Fleischleistung gezogen sind. Diese Rassen können ganzjährig draußen leben in Mutterkuh- bzw. Ammenkuhherden. Dieses sind Kuh- Kälber bzw. Jungviehverbände. Mit diesen Mutterkuhrassen (Limousin, Hereford usw.) könnte man das nicht machen! Diese sind auf Mütterlichkeit gezüchtet worden und lassen Menschen nicht ran. Muss man z. B. wegen Krankheit doch mal ein Kalb von der Mutter trennen, kann es passieren, dass diese trotz guter Muttereigenschaften das Kalb hinterher nicht mehr annimmt.

Wenn Ihr mehr zum Thema Trennung wissen möchtet, schaut Euch doch diese Dokumentation an:

https://www.youtube.com/watch?v=7CDMv_h91fE

Gerne beantworten wir Eure Fragen…


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Teil 2: Die Geburt eines Kalbes

Teil 2: Die Geburt eines Kalbes

Rückt der Zeitpunkt der Geburt näher, häufen sich die Anzeichen dafür. Das Gewebe schwillt an – vor allem am Euter und Unterbauch. Die Scham vergrößert sich. Das Bindegewebe wird weich. Die Beckenbänder sinken ein. Euter und Zitzen füllen sich sichtbar mit Milch.

Die Kuh hat einen Schleimpfropfen, der den Muttermund verschließt. Dieser löst sich kurz vor der Geburt und man kann eine Schleimspur an der Scham erkennen.

Etwa 90% der Geburten sind spontan und verlaufen vollkommen komplikationslos.

Wir müssen zwar nur selten eingreifen, aber wenn etwas nicht stimmt, müssen wir helfen!

Zum Beispiel kann die Lage des Kalbes falsch sein, oder die Kuh hat eine Wehenschwäche…

Bei schweren Problemen müssen wir den Tierarzt zu Hilfe rufen - er kommt zu jeder Tages- und Nachtzeit! Auch bei vielen Geburten im Jahr ist es jedes Mal wieder toll, wenn ein Kalb fit und gesund auf die Welt kommt und den ersten Atemzug macht.

Kälber sind Nestflüchter. Sie können sich im Prinzip sofort in ihrer Umwelt allein zurechtfinden. Eine halbe Stunde nach der Geburt stehen die meisten Kälber schon. Das ist ein großer Unterschied zu einem Baby, das sehr lange auf Mamas Hilfe angewiesen ist!

Wir sind gefragt worden, was wir nach der Geburt mit der Kuh und dem Kalb machen. Diese Frage möchte ich Euch gerne in Teil 3 unserer Serie beantworten.


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Hallo - an alle Neugierigen! Das heutige Thema: Stalleinsichten!

Hallo - an alle Neugierigen!

Das heutige Thema:
Stalleinsichten!

„Hä?“, fragt Ihr, „was soll das sein?“

Ihr kennt doch Schaufenster aus der Fußgängerzone. Damit präsentiert der Einzelhandel Dinge, die er bewerben möchte!

Um sich einmal in einer Fußgängerzone anzusehen, wie Schweine gehalten werden, gibt es das Schweine Mobil. Hier könnt Ihr Euch hautnah über die moderne, nachhaltige Nutztierhaltung informieren. Das Schweine Mobil ist eine transportable Schweinebucht mit Stallhülle und zeigt moderne Haltungstechnik. (dazu hier bald mehr)

Da es jedoch bislang „nur“ zwei Schweine Mobile in Deutschland gibt, und bislang noch nichts Vergleichbares für Geflügel und Rinder, gibt es Schaufenster für Ställe.

Ja, Ihr habt richtig gelesen, wir Landwirte bauen Schaufenster in unsere Ställe ein!!!

Da Schweine-, Geflügel- bzw. Kuhställe aus Seuchenhygiene Gründen nicht so ohne Weiteres betreten werden dürfen, sind die Stalleinsichten-Fenster eine tolle Sache!
So könnt Ihr Euch die Haltung von Schwein, Rind oder Huhn direkt mal von der Fensterbank aus anschauen.

Durch die extra großen Fenster, teilweise bodennah, können alle (selbst Kinder) in den Stall schauen, ohne einen Termin mit dem Landwirt zu vereinbaren und ohne sich umziehen zu müssen.
Man kann wie auf den Fotos zu sehen jederzeit über Tag mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß bis an das Fenster gelangen und sich selber davon ein Bild machen, wie die Tiere in den Ställen leben.

Um zusätzliche Information zu bekommen, wenn der Bauer mal nicht da ist um zu erklären, hängen nahe dem Fenster hofbezogene und allgemeine Infotafeln zum jeweiligen Stall. Häufig sind auch Informationen zum Mitnehmen an den Schautafeln angebracht.
Die Landwirte, die so ein Fenster eingebaut haben wollen, dass Ihr in den Stall schaut!

Also keine Scheu, wenn an Euren nächsten Rad-oder Fußweg ein Stall steht mit einem überdimensionierten Fenster mit einem Stalleinsichtenlogo , einfach mal reinschauen!!!!

In Deutschland gibt es zur Zeit 80 Stalleinsichten Fenster. Wo das nächste in Eurer Nähe ist, könnt Ihr bei der IMA erfragen.
Für mehr Informationen, schaut auch gerne mal auf diese Seite:

http://www.einsichten-tierhaltung.de/

P.S.: Nirgends kann man so schöne „Selfies“ machen wie vor einem Stalleinsichten Fenster :-)


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Wer ist schon mal durch einen Kuhstall geflogen?

Sind sie schon mal durch einen Kuhstall geflogen? Hier können sie mal von oben zuschauen, wie das heute in einem modernen Kuhstall aussieht:
http://www.stallbesuch.de/tierbeobachtung-2-0/


Tierbeobachtung 2.0
www.stallbesuch.de
Jeder Nutztierhalter weiss, wie wichtig Tierbeobachtung ist - am besten mehrmals täglich. Nur weil Landwirte ihre Tiere genau kennen und beobachten, fallen ihnen schon kleinste Signale auf, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Sebastian Bützler behält jedenfalls immer den Überblick auf seine 180 Milchkü… Weiterlesen