Passamt beim Rind

So sieht es beim Rind aus (geklaut bei Milchviehbetrieb):

Nicht geöffnet? Dieses Passamt hat ständig geöffnet!

Die geltende Viehverkehrsordnung schreibt rinderhaltenden Betrieben vor, stichtagsgenau Geburt und Tierbewegung (Zugang/Abgang/Schlachtung/Tod) eines Rindes, an das Herkunfts- und Informationssystem für Tiere (kurz HIT) zu melden.

Nach Geburt eines Kalbes muss innerhalb von sieben Tagen eine Markierung mit zwei identischen Ohrmarken erfolgen.
Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen bzw. der Fristen führt zu häufigeren Kontrollen (CrossComplience und im Wiederholungsfall zu steigenden) Sanktionen.

Die Markennummer ist tierindividuell, der Beginn mit DE steht für Deutschland, 09 für Bayern.

Ich markiere während das Kalb säuft - da es dabei den Kopf ruhig hält und mich kaum beachtet.

Die Meldung in die HIT setzte ich über eine App per Smartphone ab und trage das Kalb im Herdenmanagementprogramm am Stallcomputer ein.

Bei weiblichen Kälbern lege ich dabei einen verknüpften Datensatz zur Mutter an, da das Tier nach etwa zwei Jahren als Kuh wieder im Programm aktiv wird.

Nach einigen Tagen kommt der Rinderpass per Post.
Dieses Begleitpapier (Pass) erhält später der Käufer des Bullenkalbes und gelangt wenn der ausgewachsene Bulle geschlachtet wird mit zum Metzger oder Schlachthof. Damit und mit der Datenbank lassen sich Geburtsbetrieb und spätere Halter bis zur Schlachtung rückverfolgen.

Vielen Dank, Tobias!!!
Wer mehr vom Milchviehbetrieb lernen möchte, ist hier herzlich willkommen:
https://www.facebook.com/Milchviehbetrieb?fref=ts


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Was ist eigentlich die HI Tier?

Was ist eigentlich die HI Tier?

Die HI TIER ist das Herkunfts- und Informationssystem für Tiere.

Jeder, der Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde oder Geflügel hält, muss dieses bei der zuständigen Behörde anzeigen. Jeder Betrieb erhält eine zwölfstellige Betriebsnummer. DE für Deutschland, dann zwei Ziffern für das Bundesland, drei Ziffern für den Landkreis, drei für die Gemeinde und dann noch vier Stellen für den Betrieb.

Bei der Hi-tier müssen alle Veränderungen gemeldet werden, d.h. wenn ein Tier geboren wurde, wenn eines gekauft wurde, wenn eines verkauft wurde, wenn eines verendet ist.

Die Bestände mit Schweinen, Schafen und Ziegen sind bis zum 15. Januar mit Stichtag 01. Januar hinsichtlich der Bestandszahlen zu melden.

Wie das bei den einzelnen Tierarten aussieht, werden wir Euch hier in den nächsten Tagen mal erklären.

Für mehr Informationen schaut doch mal hier:
http://www.hi-tier.de/ Weiterlesen

HIT Datenbank Kälbermeldung

Innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt, muss das Kalb in der HIT Datenbank gemeldet werden und mit zwei Ohrmarken gekennzeichnet werden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und zieht bei nichtbefolgen Sanktionen nach sich. Wir beschriften die Ohrmarken zusätzlich mit Name der Mutter und des Vaters. Wir ziehen die Ohrmarken während des Saufens ein, so bekommt das Kalb am wenigsten von dem kurzen Zwicken mit. Die meisten wackeln mit den Ohren oder zucken kurz zurück und saufen dann weiter. Beim einziehen der Marken wird eine Gewebeprobe genommen (die beiden kleinen Röhrchen auf dem letzten Bild), diese ist ebenso vorgeschrieben und dient zur Untersuchung auf die Durchfallerkrankung BVD/MD; welche derzeit in Deutschland bekämpft wird. Die Proben werden zur Untersuchung geschickt und nach einigen Tagen kommt der Tierpass per Post, auf dem auch der BVD/MD Status vermerkt ist. Somit kann sich jedes unserer Rinder mittels Ohrmarken und Pass ausweisen und es ist jedes Rind in Deutschland in der Datenbank erfasst, besser als bei den Menschen!


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TEIL 4: Die Kälberaufzucht

TEIL 4: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt? – die Aufzucht

Alle neugeborenen Kälber erhalten schnellstmöglich eine Nuckelflasche mit sog. „Kolostralmilch“ (das ist die erste Milch aus dem Euter der Mutter, auch „Biestmilch“ genannt).

Dann werden sie in ihre Box gebracht, jedes Kalb verbringt die ersten 14 Lebenstage in einer sog. Kälberhütte im Außenbereich (mit Schattendach, Bild). Es erhält einen Nuckeleimer gefüllt mit Biestmilch, der zweimal täglich nachgefüllt wird. So kann es Milch trinken, wann und so viel es möchte.

Nach dieser Zeit kommt das Kalb zu den anderen in die Gruppe am Tränkeautomaten (Bild). Auch hier kann es portionsweise nach Bedarf seine Tränke (in diesem Fall Milchaustauscher) abholen, der Tränkecomputer zeichnet die Tränkekurven auf und gibt Alarm, wenn etwas nicht stimmt. Wir ahmen damit das natürliche Saugverhalten nach.

Mit 3 Monaten nehmen die Kälber genug Futter neben der Tränke auf und können „abgesetzt“ werden. Absetzen heißt letztendlich, dass das Kalb von der Milch entwöhnt wird. Dies geschieht langsam - über 10 Tage wird die Milchmenge reduziert bis auf 0. Dadurch haben wir keine Tiere, die nach der Tränkeperiode die anderen besaugen.

So werden sie in altersgemäßen Gruppen gehalten und natürlich passend gefüttert, bis sie selbst groß genug sind, tragend zu werden nach der ersten Kalbung (mit ca. 25 Monaten) in die Milchkuhherde aufgenommen zu werden.


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TEIL 3: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt?

TEIL 3: Was passiert mit Kuh und Kalb nach der Geburt? – die Trennung

Wenn alles gut gegangen ist und das Kalb munter, werden Kuh und Kalb möglichst sofort getrennt.

Das hört sich sehr hart an. Jedoch ist wissenschaftlich erwiesen, dass beide Tiere viel weniger Stress haben, wenn sie sofort getrennt werden. Je länger das Kalb bei der Kuh ist, desto schlimmer ist die Trennung für beide. Würden sie zusammen gehalten, käme es zu einer Prägung durch Belecken durch die Kuh, Saugen am Euter, Erkennen von Geruch und Stimme. Das wird durch die sofortige Trennung verhindert.

Die Kühe der Rasse Holstein sind seit Jahrhunderten auf´s Milchgeben gezüchtet worden. Die Kälber vermissen ihre Mütter nicht, die Mütter rufen nur selten nach ihren Kälbern. Die meisten gehen sofort zum Fressen und an die Tränke. Und dass, obwohl sie räumlich ganz nah bei den Kälbern untergebracht sind, im sogenannten Frischabkalber-Stall (Bild).

Übrigens: Es gibt neben den auf Milchleistung gezogene intensive Rassen auch extensive Rassen, die v.a. auf Fleischleistung gezogen sind. Diese Rassen können ganzjährig draußen leben in Mutterkuh- bzw. Ammenkuhherden. Dieses sind Kuh- Kälber bzw. Jungviehverbände. Mit diesen Mutterkuhrassen (Limousin, Hereford usw.) könnte man das nicht machen! Diese sind auf Mütterlichkeit gezüchtet worden und lassen Menschen nicht ran. Muss man z. B. wegen Krankheit doch mal ein Kalb von der Mutter trennen, kann es passieren, dass diese trotz guter Muttereigenschaften das Kalb hinterher nicht mehr annimmt.

Wenn Ihr mehr zum Thema Trennung wissen möchtet, schaut Euch doch diese Dokumentation an:

https://www.youtube.com/watch?v=7CDMv_h91fE

Gerne beantworten wir Eure Fragen…


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