Was ist Silage?

Ein „kleiner“ Nachtrag zum CCM-Beitrag:

1. Was ist Silage?
Silagen sind durch Ansäuern haltbar gemachte Futtermittel. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Sauerkraut. Das „angewelkte“ Gras bzw. der reife Mais wird gehäckselt (wie der Kohl, der gerieben wird), dann in einen Haufen gefahren (wie Sauerkraut in einen Tontopf) und verdichtet (Sauerkrauttopf mit einem Stein beschwert).
Milchsäurebakterien „verbrauchen“ unter Luftabschluss den vorhandenen Zucker und machen daraus Milchsäure. Milchsäurebakterien haften natürlicherweise am Erntegut an und kommen so in den Silo. Sie können allerdings auch als sog. Siliermittel (s.u.) zugeführt werden. Die produzierte Säure führt zu einer schnellen Senkung des pH-Wertes. Die Senkung des pH-Wertes und der Luftabschluss lässt Verderbniserregern und Schimmelpilzen keine Chance. Damit hat man diese wasserreichen Futtermittel, die schnell verderben würden, haltbar gemacht. Wie beim Sauerkraut schaffen wir so ein schmackhaftes und bekömmliches Futtermittel, dass sehr gut aufgenommen wird. So können wir auch im Winter unseren Tieren immer die gleiche gute Futterqualität bieten.

2. Warum wird gehäckselt?
Häckseln bedeutet „klein schneiden“. Wir schaffen damit viele kleine Anschnitte, die besser verdichtet werden können. Außerdem haben die Milchsäurebakterien so mehr Angriffsfläche.

3. Warum wird mit dem Trecker über den Haufen gefahren?
Wir fahren mit dem Trecker über den Silo, um das Erntegut zu verdichten. Oben haben wir erklärt, dass Milchsäurebakterien sich unter Luftabschluss bilden. Böse Verderbniserreger (z.B. Schimmelpilze und Essigsäurebildner) wiederum benötigen Sauerstoff. Je besser wir das Erntegut verdichten, desto weniger Sauerstoff ist noch vorhanden, und desto besser können die Milchsäurebakterien sich vermehren und „arbeiten“. Damit von außen keine Luft mehr in den Silo kommt, wird dieser mit einer luftdichten Folie abgedichtet.
Alternativ können auch Siloballen gemacht werden. Hier passiert das Verdichten durch das Pressen in die Ballen und das Abdichten durch Einwickeln der Ballen in Folie.

4. Was sind Siliermittel?
Siliermittel sind z.B. Säuren oder Mikroorganismen, wie Milchsäurebakterien, die zum Erntegut gegeben werden, um die Voraussetzungen für einen schnellen Gärverlauf zu verbessern und die Silage insgesamt zu stabilisieren. Es gibt zwei besonders gefährdete Bereiche: die Randzonen und die spätere Anschnittsfläche. An diesen Bereichen ist der Silo Sauerstoff ausgesetzt, so dass es zu einer „Fehlgärung“ oder zum Verderb/Gammeln kommen kann.

5. Was ist eigentlich Rohfaser?
Es sind die Zellwandbestandteile (Zellulose, Holzstoffe) der Pflanzen. Wir fassen diese Bestandteile als „Faserstoffe“ zusammen. Stengel und andere „verholzte“ Pflanzenteile haben besonders hohe Anteile an diesen Gerüstsubstanzen. Wiederkäuer sind fähig diese Substanzen mit Hilfe der Mikroorganismen im Pansen (einer von vier Mägen) zu verdauen. Tiere (Menschen) mit „nur“ einem Magen können das nicht. Für uns stellen diese Substanzen einen gewissen „Ballast“ dar, weshalb man sie in der humanen Ernährung als „Ballaststoffe“ bezeichnet.


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Was Landwirte aus Mais alles machen können

Was Landwirte aus Mais alles machen können…

Viele kennen es, dass Mais gehäckselt wird und als Silomais auf einem Platz gefahren wird. Dieser ist dann häufig zur Fütterung von Kühen, Rindern, Bullen oder als Energiepflanze für Biogasanlagen vorgesehen.
Neben Zuckermais mit Butter auf jeder Kirmes, Popcorn oder Körnermais als Tierfutter, was ja eigentlich auch noch jeder kennt, gibt es dann noch Mais als Mais-Spindel-Gemisch, im Englischen Corn-Cob-Mix, kurz CCM, genannt.

CCM ist ein meist in der Schweinemast eingesetztes Futter, das aus der Spindel und den Körnern des Maiskolbens besteht. Es kann jedoch als vollwertiges Grundfutter mit hohem Energiegehalt in der Rindermast eingesetzt werden.
Zur Produktion von CCM wird der Mais nicht mit einem Häcksler sondern mit einem Mähdrescher mit Pflückvorsatz (Maisgebiss) geerntet. Zur Ernte von CCM ist es bei einigen Mähdreschern erforderlich, bestimmte Teile der Abscheideorgane zu verschließen. Da CCM zu Schrot- bzw. Strohsilage verarbeitet wird, kann auch weniger reifes Erntegut mit einem höheren Wassergehalt im Korn geerntet und weiterverarbeitet werden. Der Rohfasergehalt liegt aufgrund der enthaltenen Maisspindeln mit fünf bis acht Prozent höher als beim Körnermais (3 %).


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