Ein Hühnerküken wächst in einem von einem Hahn befruchteten Ei 21 Tage lang, dann schlüpft es in einer Brüterei. Als Eintagsküken werden sie in unsere Naturställe eingestallt. Die Küken werden in Kisten auf einem vollklimatisierten LKW angeliefert. Wir stallen die Küken mit mindestens drei Leuten in unseren 31 Grad Celsius aufgewärmten Stall ein und verteilen sie dabei nah am Futter und an der Tränkelinie. Lang durch den Stall befinden sich jeweils drei Tränkelinien, zwei Futterlinien, drei Linien mit Sitzstangen und vier Warmluftgebläse. Unter der Decke befinden sich außerdem noch zehn Ventilatoren für die ganz warmen Tage.
Im Laufe der 42tägigen Mast wird die Temperatur dann auf 19 Grad Celsius runtergeregelt. Dies geschieht indem die seitlichen Tageslichtjalousien immer ein bisschen weiter aufgemacht werden. Damit die Tiere sich wohlfühlen stehen Ihnen wohltemperierte Ställe, Wasser, Futter, frische Luft, Tageslicht, ein Scharraum, Strohballen als Schutz, zum Nachstreuen und zur Beschäftigung, Heuballen zur Grünfutteraufnahme, Picksteine, Sitzstangen, acht Stunden Nachtruhe (Nachtlicht) und fachmännische Betreuung zur Verfügung. Antibiotika werden nur im Falle einer Krankheit eingesetzt, was Gott sei Dank, sehr selten vorkommt. Damit das so bleibt ist es sehr wichtig, aus einer gesunden Herde krank erscheinende Tiere sofort raus zu nehmen.
Morgens und gegen Abend gehen wir durch unsere Ställe und kontrollieren all die genannten Parameter. Picksteine, Stroh- und Heuballen werden nach Bedarf ausgewechselt. Kurz vor Mittag erfolgt eine Kurzkontrolle. Außerdem ruft uns die Alarmanlage an, wenn etwas nicht stimmt.
Nach zwei Wochen ist dann zu den Aktivitätszeiten richtig was los im Stall. Die Tiere rupfen die Stroh- und Heuballen auseinander oder nutzen sie als eine Form des Hindernislaufs. Die Sitzstangen sind voll belegt und werden zum Teil auch als Gruppenschaukel genutzt. Da das Huhn das Bedürfnis hat nachts aufzubäumen, sind die Sitzstangen in der achtstündigen Dunkel- und Ruhephase voll belegt.
Im Alter von 21 Tagen befinden die Tiere sich im Federkleidwechsel (halb Daunen, halb Federn), was häufig fälschlich als Symbol der Massentierhaltung dargestellt wird. Tatsächlich jedoch haben die Tiere dann im Alter von fünf Wochen ein schneeweißes und teilweise braunes Federkleid.
Nach 42 Tagen haben unsere Tiere ein Schlachtgewicht von knapp 2 kg erreicht. Die Tiere werden grundsätzlich nachts im Dunkeln (vier Nächte hintereinander) ausgestallt, da sie im Dunkeln nicht gut sehen können und ruhig am Boden sitzen bleiben. Eine Fangkolonne packt die Tiere schonend in Kisten. Tiere mit Blutergüssen könnten auch gar nicht in den Handel gelangen, da sie schon von der Optik keiner kaufen würde. Die Kisten werden dann auf einen Lkw geladen, der die Tiere zur Schlachterei fährt.
Weiterlesen